Foto: Birgit Hupfeld

Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.

Heiner Müller

Grenzgänge zwischen Schauspiel und Tanz: Der Autor Falk Richter (»Zwei Uhr nachts«, 2015) entwickelt gemeinsam mit der niederländischen Choreographin Anouk van Dijk auf seinen eigenen Texten basierende Theaterprojekte mit einem international gemischten Tanz- und Schauspielensemble. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Krisen treffen in »SAFE PLACES« persönliche Geschichten auf gesellschaftliche Themen, werden private sowie politische Strategien im Umgang mit den Herausforderungen einer offenen Gesellschaft in Europa untersucht. Europa ist in vielerlei Hinsicht ein Hybrid: ein spannungsgeladenes Gemisch aus Widersprüchlichem. Wie wird das gelebt? Wie reagieren wir auf Ausbrüche von Fremdenfeindlichkeit und nationalistischer Selbstbehauptung? Ist die Suche nach einer gemeinsamen europäischen kulturellen Identität die richtige Antwort oder eine Falle, die die Frage nach Grenzziehungen nur verschiebt? Wohin steuern wir mit Europa und welche Lebensbedingungen schaffen wir uns?

Die Zusammenarbeit von Falk Richter und Anouk van Dijk begann 1998 mit der Inszenierung »Nothing Hurts«, die eine Einladung zum Berliner Theatertreffen erhielt. In bisher fünf weiteren Produktionen wurde dieser besondere Dialog zwischen Autor und Choreographin fortgesetzt. Die in den Niederlanden geborene Anouk van Dijk ist seit 2012 künstlerische Leiterin der renommierten Company für zeitgenössischen Tanz »Chunky Move« in Australien. Ihre ungewöhnlichen Produktionen werden rund um den Globus auf Festivals gezeigt. Falk Richters Stücke, die von einer hohen Aktualität zeugen, werden weltweit gespielt. Seit 1994 arbeitet er als freier Regisseur an namhaften Bühnen im In- und Ausland.

Gefördert im Rahmen von »Schauspiel Frankfurt International« von der
Pressestimmen
Doch dieser stürmisch gefeierte Abend ist sehr viel mehr als eine rasante Flugshow der Argumente, die im politischen Luftraum über uns herumschwirren, voller Witz und Verve, Temperament und Fantasie. Ganz ohne symbolhaftes Geraune und Bedeutsamkeitszauber wird das an der Kippe zum Zerfall stehende Projekt europäischer Werte und Defekte ironisch und ernsthaft zugleich zur Diskussion und auch zur Disposition gestellt.
Deutschlandfunk
Die Botschaft ist klar: Vertragt euch! Steht gemeinsam ein für die Demokratie und für Europa! Und dafür gibt es vom Frankfurter Publikum donnernden Applaus und minutenlange Bravo-Rufe.
Deutschlandradio Kultur
Wenn doch nur auch außerhalb vom Theater alle so begeistert wären von Richters Plädoyer für die liberale offene Gesellschaft hierzulande und einverstanden mit europäischer Gemeinschaft – niemand bräuchte sich dann ernstlich Sorgen zu machen.
Nachtkritik
Der Ernst liegt stets neben dem Witz, nicht nur wenn »Frauke und Björn« am Ende die Schnulze »Deutschland braucht Grenzen« trällern.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Richter […] hat für seinen Text scheinbar an Stammtischen gelauscht und Pegida-Demonstrationen besucht, hat aber auch Leuten zugehört, die sich für Flüchtlinge einsetzen. Das Ergebnis ist ein bemerkenswert tagesaktuelles Panoptikum aller möglichen Ansichten zu dem Thema – mit einer aufrechten Haltung.
Süddeutsche Zeitung
…die dahinfließenden, rennenden, sich drehenden und weiterschraubenden Tänzer scheinen ein Bild der gesellschaftlichen Triebkräfte, hochkochend, um dann einzufrieren, in Bildern, die zwar starr, aber doch labil sind, unsafe places, wie ein auf zwei Beinen in der Kippe gehaltener Tisch. Die Zukunft ist offen, wie sollte es auch sonst sein.
Theater heute
Das ist Theater mit Popattitüde, es ist lustig, es ist plakativ, doch das stößt nicht unangenehm als platt auf. Es geht um etwas. Ähnliches probieren im Moment viele allüberall im Theater, hier gelingt es.
Offenbach-Post
Das ist schon bemerkenswert: Tosender Applaus bei einer Stückaufführung, wie es jetzt bei der Premiere von Falk Richters »Safe Places« im voll besetzten Schauspielhaus […] passierte.
Kulturfreak
Mit »Safe Places« wird unser kulinarisches Theater wieder politisch. Es ist an der Zeit.
Faust Kultur
Die Texte werden strukturiert und gespiegelt von einem siebenköpfigen, internationalen Tanzensemble, das zu kühler elektronischer Musik Begriffe wie Flucht, Angst, Trennung und Mauern in poetische Körperbilder übersetzt.
Fuldaer Zeitung
Constanze Becker macht »Safe Places« zu einem sicheren Ort der Satire.
Allgemeine Zeitung
Falk Richter und Anouk van Dijk verbinden Wort und Bewegung zu einer mitreißenden Nummernrevue […].
Strandgut
So hat man Europa noch nicht gesehen.
Rhein-Neckar-Zeitung
Starker und lang anhaltender Beifall von dem erfreulicherweise ausgesprochen jugendlichen Publikum.
egotrip.de
Angesichts der gegenwärtigen Krisen und Widerlichkeiten lotet Falk Richter gemeinsam mit der Choreographin Anouk van Dijk jene Abgründe aus, in die die offene Gesellschaft zu stürzen droht. Das geschieht in einer genialen Mischung aus scharfsinniger Reflexion, bissiger Satire, politischer Bestandsaufnahme und umwerfender Komik, die ein nicht minder geniales Tanz- und Schauspielensemble vor Augen führt. […] Hochgradig sehenswert!!!
FRIZZ

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Schauspielhaus

Uraufführung 8. Oktober 2016

1 Stunde 40 Min., keine Pause
Termine
Mi 26.04.2017 19.30 Uhr – 21.10 Uhr
Do 27.04.2017 19.30 Uhr – 21.10 Uhr
Fr 28.04.2017 19.30 Uhr – 21.10 Uhr
Sa 29.04.2017 19.30 Uhr – 21.10 Uhr
Text und Regie
Falk Richter

Regie und Choreographie
Anouk van Dijk

Bühne
Katrin Hoffmann

Kostüme
Daniela Selig

Musik
Malte Beckenbach

Dramaturgie
Sibylle Baschung

Besetzung
Constanze Becker, Paula Hans, Tímea Kinga Maday, Nina Wollny, Yen-Fang Yu, Joel Bray, Luca Cacitti, Nico Holonics, Shay Partush, Christopher Tandy, Marc Oliver Schulze