Foto: Birgit Hupfeld
Der Prozess einer 25-jährigen Kindsmörderin, dem Gerhart Hauptmann im Jahr 1903 als Geschworener beiwohnte, hat ihn nicht mehr losgelassen: Wieso bringt eine Mutter ihr Kind um? Sein Schauspiel »Rose Bernd« führt uns in eine Welt, in der jeder auf der Suche nach dem eigenen Glück seine Haut retten muss – koste es, was es wolle. An der fleißigen, selbstbewussten, aber mittellosen Rose entzündet sich der Konflikt. Sie opfert sich für das finanzielle Auskommen ihrer Familie auf und versucht, es allen recht zu machen. Doch sie wird verführt, verkuppelt, vergewaltigt, verstoßen. Jeder braucht Rose, jeder benutzt sie und jeder lässt sie fallen. Die Welt kennt keine Gnade, wenn man mit der Schuld eines anderen die eigene verdecken kann. So wird Rose unschuldig schuldig und schließlich fast verrückt an Verhältnissen, die nicht zu ändern sind. Hauptmann zeigt uns eine Tragik, die keine Schuldigen kennt, nur ein Leben, das kaum zu meistern ist.
Pressestimmen
»Roger Vontobels mitleidvolle Sicht auf „Rose Bernd“ ist grandios, Jana Schulz eine unvergesslich unbeholfene Kindsmörderin und das sechsköpfige Ensemble mit seinen sensiblen Sozialstudien eine kleine Sensation. […] Das emphatische Werk entpuppt sich als Glück für Frankfurt, ein Muss: Hingehen, Mitleiden und – Taschentücher nicht vergessen.[…] Die feine Kunst der Jana Schulz liegt in ihrer konsequenten Verweigerung jedes Weiblichkeitsklischees.«
FNP, 16. Oktober 2017
»Aber auch als Import oder Frankfurter Premiere ist die Inszenierung ein Ereignis, die Titelheldin in Gestalt von Jana Schulz eine Figur, die über sich hinauswächst …[…].«
FAZ, 16. Oktober 2017
»Vontobel […] findet vielmehr etliche starke Bilder für die Möglichkeit von Glück und für das Unglück, das den Sieg davonträgt. […] Jana Schulz´ Rose ist womöglich noch klüger und kühner als Hauptmanns, die auch schon ziemlich klug und kühn ist.«
Frankfurter Rundschau, 16. Oktober 2017
»[…]wie sie (Jana Schulz) dieser Gestalt die Seele auswringt, das ist ein innerer Kraftakt von großer Eindringlichkeit. […] Roger Vontobel weist hier keine Schuld zu, sondern breitet das Elend schutzlos vordem Betrachter aus. Die Regie schafft mit markantem Gestus weite Räume, das Ensemble füllt sie aus. Nach »Richard III«. und »Woyzeck« vollendet diese Übernahme aus Bochum nun einen starken Anfangsakkord am Frankfurter Schauspiel.«
 
AZ Mainz, 18. Oktober 2017
»Ein antinaturalistischer Abend, eine große Tragödie. Auf den existenzialistischen Kern fokussiert. Die Zeichnung der Figuren ist glasklar, kippt jedoch nie ins Karikaturhafte. Grandioses Theater!«
Offenbach Post, 16. Oktober 2017

Bildergalerie

Video

Schauspielhaus

Frankfurter Premiere 14. Oktober 2017

1 Stunde und 50 Minuten, keine Pause
Termine
Mi 22.11.2017 19.30 – 21.20 Uhr
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Do 30.11.2017 19.30 – 21.20 Uhr
Sa 02.12.2017 19.30 – 21.20 Uhr
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Regie
Roger Vontobel

Bühne
Claudia Rohner

Kostüme
Ellen Hofmann

Musik
Matthias Herrmann

Dramaturgie
Marion Tiedtke

Besetzung
Matthias Redlhammer (Bernd (Vater))
Jana Schulz (Rose Bernd)
Luana Velis (Marthel)
Heiko Raulin (Christoph Flamm)
Katharina Linder (Frau Flamm)
Michael Schütz (Arthur Streckmann)
Nils Kreutinger (August Keil)
Matthias Herrmann (Musiker)
Friederike Huy, Paul Hübner (Trompete)
Berk Schneider (Posaune)
Roland Krem (Tuba)