Foto: Jessica Schäfer
Ein Vater ist tot. Ein Sohn in der Wohnung des Vaters. Er hat ihn nie kennengelernt und sieht sich – zum alleinigen Erben erklärt – mit dem unbekannten Vater und dessen vermeintlichem Leben konfrontiert. Also durchsucht er die Wohnung, die bis auf einen Eichenschrank leer ist, nach Spuren der Vergangenheit und Mosaiksteinen für ein väterliches Portrait.  Eine abenteuerliche Reise in die eigene Fremde beginnt. Es gilt die Umrisse des schwarzen Lochs zu umreißen, das der Vater durch Abwesenheit in das Ich geschlagen hat. Die leere Wohnung ist voll von Erinnerungen, Fakten und Fiktionen, die weit über das individuelle Leben hinauszeigen. Das persönliche Schicksal verschmilzt mit der kulturgeschichtlichen Idee der Vätergenerationen. Gibt es in einer enträtselten Welt überhaupt noch einen fremden Vater zu entdecken? Gibt es noch ein mystisches Moment in uns und unseren Beziehungen oder folgt ein Vater schicksalhaft auf den Nächsten? Vielleicht lassen sich Erinnerungen zusammenfügen, vielleicht ist Geschichte ein Puzzle bei dem kein Teil zum anderen passt.

Albert Ostermaier schreibt Lyrik, Theaterstücke und Romane. »Vatersprache« wurde 2002 zur Ruhrtriennale in Essen uraufgeführt. 

Pressestimmen
Dank Holonics, der auf kleinem Raum sein darstellerisches Könnenentfaltet, wird dieser Abend zu einem schauspielerischen Ereignis.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Die Konfrontation mit den Hinterlassenschaften des Vaters treibt ihn eindrucksvollum […]. […] Am Ende ist »Vatersprache« die Skizze eines Einsamen.
Frankfurter Rundschau
Starkes Debüt eines Regietalents
Journal Frankfurt
Nico Holonics, großartig wie immer in seiner punktgenauen Darstellung, hat eine zweite Stimme beigestellt bekommen, das ist aus einem selbstdialogischen Moment herzuleiten. Gleichzeitig nähert sich der Part der madonnengesichtigen Alexandra Lukas – eine Entdeckung […] – dem Kommentierenden des Chores im antiken Drama an.
Offenbach-Post

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Premiere 9. Mai 2017