Foto: Birgit Hupfeld
Es ist, als wäre die Zeit stehen geblieben im Talk House. Der einstige Glanz des Etablissements ist längst vergangen, seit sich hier nicht mehr die Größen der Theater- und Filmszene treffen, um nach der Vorstellung einen letzten Drink zu nehmen. Der Glamour der Stars und Sternchen ist nur noch Erzählung. Bis sich anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der letzten gemeinsamen Produktion die ehemaligen Kollegen wieder an diesem Ort versammeln. Doch schnell stellt sich heraus, dass die Zeit eben nicht stehen geblieben ist; während die einen immer noch den Erfolgen der Vergangenheit nachhängen oder neue künstlerische Pfade betreten, haben die anderen längst begonnen auf die neuen gesellschaftlichen Veränderungen zu reagieren – seit den jüngsten politischen Entwicklungen hat sich eine Bürgerwehr formiert, die nach eigenem Ermessen Eindringlinge und potenzielle Gefahren von der Gesellschaft fernhalten soll. Plötzlich sieht sich die nostalgisch-heile Welt des Talk House konfrontiert mit einer kalten Welt, in der die Lynchjustiz zur ersten Wahl der Selbstbestimmung wird.
Wallace Shawn hat mit schwarzem Humor eine Dystopie über den moralischen Verfall einer aufgeklärten Gesellschaft geschrieben, deren Distanz zu unserer Gegenwart immer schneller schwindet.

Aufführungsrechte Rowohlt Theater Verlag, Reinbek bei Hamburg

Pressestimmen
Die atmosphärisch dichte Inszenierung von Johanna Wehner […] kann sich auf ein starkes Ensemble stützen, in dem Tilo Nest, dessen Robert als leichtfüßiger Partylöwe daherkommt, den nonchalanten Ton vorgibt: Wie die Annette der Constanze Becker sich, indem sie die Banalität des Bösen verinnerlicht, selbst aufputscht und der Tom von Wolfgang Michael zum zerknitterten Zyniker verkommt, das sind genau gezeichnete Psychogramme […].
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Shawn, geboren 1943 in New York, entwirft ein Konstrukt. Aber Wehner und die alle auf sonst fremdem Boulevard-Terrain sehr sicheren Schauspieler machen daraus eine plastische Miniatur von einem sehr nahe wirkenden Ende der Humanität. In Amerika oder sonstwo.
Süddeutsche Zeitung
Ein Abend mit einer sehr großen Innenspannung und hochinteressanten politischen Botschaften.
WDR 5
Das Ende der Welt kündigt sich bei Johanna Wehner nicht mit einem lauten Scheppern an, sondern mit dem leisen Klirren von Eiswürfeln. Langer freundlicher Beifall im Kleinen Theater im Ruhrfestspielhaus.
Recklinghäuser Zeitung

Bildergalerie

Kammerspiele

Deutschsprachige Erstaufführung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen 8. Mai 2016
Frankfurter Premiere 24. Mai 2017

1 Stunde 30 Min., keine Pause
Termine
Mi 31.05.2017 20.00 Uhr
Do 01.06.2017 20.00 Uhr
Mi 07.06.2017 20.00 Uhr
Regie
Johanna Wehner

Bühne
Volker Hintermeier

Kostüme
Ellen Hofmann

Dramaturgie
Henrieke Beuthner

Musik
Joachim Schönecker

Besetzung
Tilo Nest (Robert)
Josefin Platt (Nelli)
Sina Martens (Jane)
(Mitglied im SCHAUSPIELstudio)
Till Weinheimer (Ted)
Constanze Becker (Annette)
Frank Seppeler (Bill)
Wolfgang Michael (Tom)
Martin Rentzsch (Dick)