Foto: Felix Grünschloß
Drei neue Stimmen fügen sich in das urbane Kaleidoskop, das in dem Monodrama-Projekt »Stimmen einer Stadt« entsteht: Die Potsdamer Autorin Antje Rávik Strubel interessiert sich für das Unsichere unserer Identitäten, für die Frage, wer wir sind, für die Leerstellen in unseren Leben. Sie porträtiert einen Strafverteidiger, dessen Rückblick auf seine erfolgreiche Karriere feine Risse zwischen öffentlichem und privatem Leben offenbart. Thomas Pletzinger ist ein Meister der literarischen Reportage. Sein Text verleiht einer Frau die Stimme, die den letzten – unsentimentalen – Rundgang durch ihr Hotel macht, das sie jahrelang mit trockenem Humor und praktischem Verstand geführt hat. In »Branka« von Angelika Klüssendorf erzählt eine Wirtin am Ende eines arbeitsreichen Tages vom Verlust der Heimat, vom Neuanfang in Frankfurt, von einer scheinbar unauflöslichen, strukturellen Gewalt in ihrem Leben: einer Gewalt, der sie mit ihrem lauten und überbordenden »Branka-Lachen« begegnet.

Die Monologe »Ich verlasse dieses Haus« von Thomas Pletzinger und »Branka« von Angelika Klüssendorf werden im regulären Spielplan beide an einem Abend gespielt, »Unvollkommene Umarmung« von Antje Rávik Strubel als einzelner Monolog. Zur Uraufführung am 06. April waren alle drei Monologe an einem Abend zu erleben.

»Stimmen einer Stadt« entsteht in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus Frankfurt am Main e.V.

Ermöglicht durch den Hauptförderer
sowie

Pressestimmen

»An dem […] Premierenabend in den Kammerspielen offenbarte sich, dass die Idee von einem „Kaleidoskop des Urbanen“ […] wiederum in einer erfreulichen Weise aufgegangen ist. […] Fokussiert auf die sämtlich ganz herausragenden Schauspieler, hat Intendant Anselm Weber die Stücke […] inszeniert. Das ist ein so fulminanter wie wirklichkeitssatter Abend […].«
Frankfurter Neue Presse, 8. April 2019
»Es ist ein großer Gewinn, dass das Schauspiel Frankfurt Regisseur Anselm Weber und die drei Autoren ihren Protagonisten treu bleiben. Es ist ein Abend der Nuancen, und diese Nuancen setzten die drei Schauspieler auf der immer gleichen schrägen weißen Bühne recht unterschiedlich in Szene. […]Anna Kubin im Text von Thomas Pletzinger, hier erzählt eine Tochter direkt über ihre Eltern und deren Hotel im Bahnhofsviertel, ein reportagehafter Text, grandios gespielt. […] Hier ist das Stadttheater tatsächlich mal in Augenhöhe mit seinen Besuchern. Man kann sich gut vorstellen, dass dieses Projekt noch einige Jahre weitergeführt wird, als Dialog der Stadt mit sich selbst.«
SWR2, 8. April 2019
»Das Projekt Stimmen einer Stadt gehört zu den reizvollsten Ideen, die das Schauspiel Frankfurt unter Anselm Weber ausgeheckt hat, in diesem Fall zusammen mit dem Literaturhaus Frankfurt.[…] Den […] Part meistert er (Anm.: Peter Schröder) mit einem Irrwitz an Konzentration, der Figur drückt er den Schröder-Stempel auf, dessen markantester Bestandteil ein unfassbar offenes und doch hintergründiges Lächeln ist, das sich zum Lachen erweitern kann.«
Frankfurter Rundschau, 8. April 2019
»Branka, die slowenische Wirtin eines Frankfurter Gasthauses, wurde zur markantesten Stimme dieses Theaterabends. Nicht nur mit ihrem charakteristischen Lachen, auch mit ihrer starken Persönlichkeit  begeisterte die Wahlfrankfurterin in Gestalt von Christina Geiße das Publikum.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 8. April 2019

Bildergalerie

Audio

Kammerspiele

Uraufführungen 06. April 2019