Foto: Thomas Aurin
Georg Heisler ist auf der Flucht. Ob sein Weg in die Freiheit oder in den Tod führt, hängt nicht von ihm ab, das entscheiden andere. Es sind diese Anderen, die ihm begegnen auf den Wegen am Rhein, den Höhen des Taunus und schließlich in den Straßen von Frankfurt: Menschen, die das Risiko eingehen, ihn nicht zu verraten, die nicht fragen, sondern helfen. Es sind Menschen, die eine Entscheidung treffen müssen, für sich, für Georg und für das, woran wir glauben. Anna Seghers weltberühmter Roman von 1942 zeigt eindrücklich, was es heißt, auf der Flucht zu sein: Flucht ist die existenzielle Erfahrung der Bedürftigkeit. Wir bedürfen derer, die uns schützen und leiten; ohne sie, ohne ihren Mut und ihre Entschlossenheit sind wir verloren. Sie betrifft uns alle als Opfer, Täter oder Mitwisser. In der Bearbeitung von Sabine Reich und der Regie von Anselm Weber kommt dieser Roman zum ersten Mal in der Stadt auf die Bühne, in der diese Fluchtgeschichte spielt.
Pressestimmen
»Der gefühlvolle Gesang von Bassbariton Thesele Kemane verdichtet die Atmosphäre desruhelosen, getriebenen und zugleich in bangem Warten verharrenden, stets durch hoffnungslose Vergeblichkeit bedrohten Weges von Heisler. Max Simonischek gibt die Ambivalenz dieser Figur in einem fabelhaft ausbalancierten Kontrastspiel zwischen Leidendem und Kämpfer, zwischen Entschlossenheit und Verzweiflung, zwischen Ausgestoßen sein aus der Gesellschaft und Vertrauen auf die Solidarität anständiger Mitmenschen.[…] zwei pausenlose, sehr dichte Stunden, in denen das Theater auf seine Weiseden Seghers-Roman trefflich anpackt – und wesentliche Teile von dessen Substanz dem Zuseher zum ernsten Bedenken mitgibt.«
(Rhein-Zeitung, 30. Oktober 2017)
»Ein sauber gearbeiteter Abend. Klug, klar, konzentriert, aber nie glatt oder gar gefällig.[…] Ein sehr enorm einnehmender Abend.«
(Deutschlandfunk Kultur – Fazit, 28. Oktober 2017)
»Es ist ein starkes Bild, mit dem Anselm Weber seine erste eigene Inszenierung als Intendant des Schauspiel Frankfurt beginnen lässt, mehrdeutig, subtil und drastisch zugleich.«
FAZ, 30. Oktober 2017
»Weber, das weiß man, ist ein solider Handwerker mit Feingefühl. Er versteht es, große Ereignisse zu kleinen Szenerien zu verdichten.«
FNP, 30. Oktober 2017
»[…] seinen Darstellern rollt der neue Frankfurter Intendant buchstäblich den roten Teppich aus. Es ist viel Raum für Gesten, Ausbrüche und Körpereinsatz in dieser Inszenierung. Das kann man  konventionell nennen, dem aufwühlend-berührenden Text von Anna Seghers wird diese Form aber gerecht.«
Die deutsche Bühne online, 28. Oktober 2017
»Anselm Weber hat Anna Seghers´ Vorlage auf eine Fluchtgeschichte reduziert. Wirkungsvoll und konsequent.«
(faust kultur.de, 30. Oktober 2017)

Bildergalerie

Video

Schauspielhaus

Premiere 27. Oktober 2017

2 Stunden, keine Pause
Termine
Fr 24.11.2017 19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Sa 25.11.2017 19.30 Uhr – 21.30 Uhr
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Mo 11.12.2017 19.30 – 21.30 Uhr
Mi 13.12.2017 19.30 – 21.30 Uhr
Sa 16.12.2017 19.30 – 21.30 Uhr
Do 21.12.2017 19.30 – 21.30 Uhr
19.00, Einführung im Chagallsaal
Regie
Anselm Weber

Bühne
Raimund Bauer

Kostüme
Irina Bartels

Dramaturgie
Konstantin Küspert

Musik
Thomas Osterhoff

Chor
Gotthard Lange

Besetzung
Max Simonischek (Georg)
Thesele Kemane (Sänger)
Paula Hans (Frau 1)
Olivia Grigolli (Frau 2)
Christoph Pütthoff (Mann 1)
Wolfgang Vogler (Mann 2)
Michael Schütz (Mann 3)