Foto: Birgit Hupfeld

Solln sie zugrunde gehen, ich will sie ausgelöscht.

Nach dem Tod von Ödipus sollen seine Söhne Eteokles und Polyneikes abwechselnd über Theben herrschen. Doch einmal im Besitz der Macht weigert sich Eteokles, den Thron wieder zu räumen. Polyneikes schwört Rache und zieht mit sieben verbündeten Heerführern gegen seine Heimat. Es kommt zu einem grausamen Gemetzel vor den Toren der Stadt, von dem einzig die Boten in drastischen Worten berichten. Mit dem Tod der Brüder scheint der Fluch des Ödipus endlich erfüllt und Kreon, der neue König Thebens, verfügt, dass der Aggressor Polyneikes nicht bestattet werden darf. Doch Polyneikes’ Schwester Antigone widersetzt sich dem Befehl Kreons. Mit Antigone schuf Sophokles eine Ikone des Widerstands gegen herrschaftliche Willkür.

Regisseur Ulrich Rasche hat zuletzt eine von Presse und Publikum gefeierte Version von Georg Büchners »Dantons Tod« als »überwältigendes Revolutions-Oratorium« (Süddeutsche Zeitung) auf die Bühne des Schauspiel Frankfurt gebracht. In »Sieben gegen Theben/ Antigone« sucht Rasche den Zusammenhang von Macht, Sprache und Fanatismus zu ergründen. So sind Begriffe wie »Feind« und »Opfer« lediglich Worte und Zuschreibungen, gleichzeitig aber fungieren sie als Auslöser und Ursache für die Radikalisierung der Menschen.

Pressestimmen
Eine der spannendsten Produktionen der letzten Zeit. […] Das wirklich Überzeugende ist die Ensemblearbeit. Diese unglaubliche Präzision mit der Sprache, Bewegung und Musik in Einklang gebracht wurden.
hr2 Kultur
Das sind schließlich […] rauschhafte dreieinhalb Stunden. […] Großer Applaus.
SWR
Pechschwarz ist erwartungsgemäß auch Rasches Blick auf das Geschehen […] Der Unerbittlichkeits-Experte ist der Regisseur der Stunde […].
Frankfurter Rundschau
Ulrich Rasche inszeniert »Sieben gegen Theben« als Doppelabend um Sophokles‘ »Antigone« ergänzt – in drastischen, starken, ja: bombastischen Bildern.
Nachtkritik
Rasches Realisierung regt an durch ihre Diskussionswürdigkeit und ihr bewusstes Unterlaufen dramaturgischer Spielweisen. Sie überzeugt in ihrer Wucht. Jedes Wort der Figuren hallt durch das Bockenheimer Depot, die Klangkunst der Combo erzeugt eine archaische Stimmung. Geboten wird ein karges Pathos, das unter die Haut geht.
Neues Deutschland
Die methodische Eigenart dieses Regisseurs erschöpft sich […] nicht in einem Schematismus. Der Eindruck ist ein starker.
Offenbach-Post
Ulrich Rasche verwandelt das Bockenheimer Depot für seine Antiken-Inszenierung in einen Tempel der Angst und trifft dabei den Nerv des momentanen Weltgeschehens. […] Nach knapp dreieinhalb Stunden spendete das […] Publikum […] trampelnden Applaus.
Frankfurter Neue Presse
In einem düsteren Szenario bricht sich ein mächtiger Sog aus Stimmen, Gesang, Musik und Bildern Bahn, dem die weißgetünchten Frauen ihr verzweifeltes »Weh! Wehe! Ihr Verrückten!« als durchaus heutigen Kommentar zum Zeitgeschehen entgegenhalten. Groß!
Strandgut

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Bockenheimer Depot

Premiere A 3. Februar 2017
Premiere B 4. Februar 2017

3 Stunden 10 Min., eine Pause
Regie und Bühne
Ulrich Rasche

Komposition
Ari Benjamin Meyers

Kostüme
Romy Springsguth

Bühnenbildmitarbeit
Sabine Mäder

Chorleitung
Toni Jessen, Alexander Weise

Video
Jonas Link

Dramaturgie
Michael Billenkamp

Besetzung
Alexander Fehling (Eteokles)
Bettina Hoppe (Antigone)
Paula Hans (Ismene)

Toni Jessen, Anton von Lucke, Sam Michelson, Justus Pfankuch
(Mitglied im SCHAUSPIELstudio)
Christoph Pütthoff, Sebastian Schneider
(Boten/Kreon)

Paula Hans, Bettina Hoppe, Deleila Piasko, Eva Maria Sommersberg, Olga Wäscher
(Chor der thebanischen Jungfrauen)

Špela Mastnak/Yuka Ohta (Schlagwerk), Carsten Hein/Thomsen Merkel (Bass), Christopher Rennebach (Posaune), Berk Schneider (Posaune), Keith Bernard Stonum (Tenor)
(Live-Musiker)