Foto: Felix Grünschloß
Der Schinken ist die Keule des Schweins, also seine hintere Körperpartie. Das Bürgertum ist so etwas wie der Schinken der Demokratie. Ihr Sitzfleisch. Ein nahrhaftes und lange gereiftes Stück unserer heutigen Gesellschaft. Ein alter Schinken eben. Aber warum will den niemand mehr essen? Weil er so alt geworden ist? Weil die Bürger das –tum längst abgeschüttelt haben? Jedenfalls ist es jetzt tot, das Bürgertum. Niemand weiß, warum es tot ist und wie lange schon. Fest steht, es wurde neulich noch lebend gesehen. Ein forensisches Fossil. Vielleicht hat es sich selbst umgebracht oder ist eines natürlichen Todes gestorben. Doch viel wahrscheinlicher ist, dass das Bürgertum hinterrücks ermordet wurde. Im Hochtaunuskreis treffen sich deswegen die ersten Opfer eines langen Epos, das hier seinen Epilog findet. In den Augen der Briefträgerin steht die Trauer über das Ableben einer ganzen aussterbenden Klasse. Wer wurde hier eingeladen und warum? Und wer wurde eigentlich ermordet? Das gilt es herauszufinden. Der Tod des Bürgertums ist der schlechteste Krimi der Welt.
Pressestimmen
»Zwischen Goethes „Prometheus“ und Schillers „moralischer Anstalt“ hatte Christoph Pütthoff […] einen großen Auftritt als drittes Geschlecht namens „Medi“ im weißen Kapitänsanzug. Mit einer fulminant-satirischen Tirade über Mitte,  Maß und Standpunkt stellte er sogar Thomas Bernhards Kaskaden in den Schatten und riss den betäubten Zuschauer aus dem bürgerlichen Koma. „Wo keine Mitte ist, da ist nur noch Rand. Die Mitte braucht einen Standpunkt“. Politische Phrasendrescherei furios ad absurdum geführt. […] die Schauspieler zeigen, was sie gelernt haben: Sie tanzen, sprechen und interagieren famos.«
(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. April 2018)
»Hohes Tempo und vorsätzliche Komik geben die Temperatur vor, hier geht es witzig-spritzig zu, es wird virtuos auf der Metaebene getänzelt und wohlklingend so manches Wortspiel verkloppt. Aufgehübscht mit flinken Tanzeinlagen werden die Eigenheiten des Bürgertums seziert […]. Die geteilte Volksbühnenvergangenheit (von Stuhler und Koslowski) sieht man ihrem „Schinken“ an, der Abend ist witzig und schnell, zitatensatt und klug. Stuhler und Koslowski schaffen es, ein Riesenthema ausgesprochen handlich wirken zu lassen, ohne es allzu eng zu fassen, und nebenbei elegant reichlich Gendertrouble aufzuwirbeln.«
(nachtkritik.de, 15. April 2018)
»Man könnte meinen, man wohnt einem gar köstlichen Vergnügen bei. So viel wird an diesem verschobenen Premierenabend in den Frankfurter Kammerspielen gegiggelt und gekichert. […] Dabei wird mit viel Lust und Laune sowie einer gehörigen Portion Selbstironie und Übertreibung mit den gängigen sprachlichen, stimmlichen und körperlichen Mitteln des Theaters im Allgemeinen und der Komödie im Besonderen jongliert.«
(Frankfurter Neue Presse, 17. April 2018)
»Ohne Frage kann das Publikum einen höchst amüsanten Abend haben. Mit einem Ensemble – Heidi Ecks, Melanie Straub, Christoph Pütthoff, Samuel Simon, Andreas Vögler und Anton Weil – von brillanter Fertigkeit zu präziser, knalliger Komik. […] Eine fraglos gelungene, leichtgewichtige Theaterunterhaltung für den gehobenen Geschmack.«
(Offenbach Post, 17. April 2018)
»Der Abend fesselt auch ohne konkrete politische Bezüge, ist stets fordernd […].«
(kulturfreak.de, 17. April 2018)

Bildergalerie

Video

Kammerspiele

Uraufführung 15. April 2018

1 Stunde und 50 Minuten, keine Pause
Termine
Sa 28.04.2018 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
So 29.04.2018 18.00 Uhr – 20.00 Uhr
17.30 Uhr, Einführung im Foyer der Kammerspiele
Sa 12.05.2018 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
So 20.05.2018 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Fr 01.06.2018 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Sa 02.06.2018 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
19.00, Einführung im Foyer der Kammerspiele