Die Frage dieser Thementage, ob wir Europa neu erfinden müssen, wurde von vielen Aktivisten, Denkern, Politikern und Ökonomen in den letzten Jahren bereits formuliert und mit Ja beantwortet. Unter emblematischen Namen wie Restart Europe Now, Europa neu begründen, Who If Not Us oder DiEM25 haben sich viele von ihnen in teilweise transeuropäischen Netzwerken kurzgeschlossen. Auch zahlreiche Euro-Kritiker, die ein einiges Europa durch das Währungsdilemma gefährdet sehen, netzwerken europaweit. Was sich im Ringen um Ideen für das zukünftige Europa zeigt: Es scheint die Praxis eines europäischen Miteinanders zu geben. Nicht von ungefähr heißt die neue pro-europäische Initiative von Claus Leggewie und Roman Léandre Schmidt Praxis Europa. »Wer sich einmal fragt, wo diesseits der ›großen Europareden‹ überall Europa ist, der weiß, warum Neo-Souveränisten und andere Saubermänner notorisch schlechte Laune haben. Europa ist längst da. Hier. Und auch dort. Wir alle machen es jeden Tag. Es prägt, ob bewusst oder nicht, unsere Biografien, beeinflusst, was wir für möglich und was für gerecht halten und mit wem wir uns vergleichen. Praxis Europa führt keine Abwehrgefechte. Wir sind ein Netzwerk von Menschen aus den Kultur- und Naturwissenschaften, aus NGOs, Recht, Wirtschaft, Verwaltung, Kulturbetrieb und Journalismus, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam über ein demokratisches, gerechtes und zukunftsfähiges Europa nachzudenken.

Am 11. Februar stellen wir uns am Schauspiel Frankfurt erstmals der Öffentlichkeit vor. Kommen Sie vorbei, bringen Sie sich ein, wir wollen mit Ihnen zusammen nach vorne blicken. Der Politikwissenschaftler Claus Leggewie ist der Frage, wie sich zivilgesellschaftliches Engagement politisch organisieren lässt, immer wieder nachgegangen. So entwarf er zum Beispiel die Idee einer »Konsultative « und gab das »Konvivialistische Manifest« heraus. In seinem 2016 erschienenen Buch »Anti-Europäer« stellte er mit Breivik, Dugin und al-Suri aber auch die Feinde demokratischer Gesellschaften vor. Zusammen mit seinem wissenschaftlichen Mitarbeiter am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, Roman Léandre Schmidt, wechselt er nun in die Praxis Europa. An der Diskussion über die »Praxis Europa« nehmen zudem Dr. Mischa Gabowitsch, Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Einstein-Forum in Potsdam, und Felix Koch, Managing Director des Londoner Start-ups C Space, teil.




11. Februar 2017

Eintritt frei