Dass die Verwirklichung normativer Prinzipien in der sozialen Wirklichkeit häufig zu Effekten führt, die den ursprünglichen Absichten widersprechen, ist die zentrale These des Forschungsprojekts „Verhandlungsformen normativer Paradoxien“ am Institut für Sozialforschung in Frankfurt. Das heißt, dass sozial, politisch oder moralisch begrüßenswerte Prozesse wie die rechtliche Gleichstellung, die gesellschaftliche Liberalisierung und Demokratisierung davon bedroht sein können, in wachsende Sozialkontrolle und Entmündigung, zunehmende Vermarktlichung oder auch in gesellschaftlich weniger plurale Verhältnisse umzuschlagen. Dieser Sachverhalt lässt sich gesellschaftstheoretisch als normative Paradoxie beschreiben.

Sechzehn Vorträgen stellen unterschiedliche paradoxale Effekte gegenwärtiger sozialer Reformen zur Diskussion. Dabei werden sozialphilosophische, ästhetische und rechtswissenschaftliche Überlegungen mit empirischen Befunden der Sozialwissenschaften ins Gespräch gebracht.

Eine Veranstaltung des Instituts für Sozialforschung, Frankfurt.
Chagallsaal
Termine
Sa 15.12.2018 10.30 – 18.30 Uhr
Mit Vorträgen von
David Archard, José Brunner, Marie Diekmann, Klaus Günther, Axel Honneth, Eva Illouz, Kai-Olaf Maiwald, Kenichi Mishima, Sarah Mühlbacher, Juliane Rebentisch, Andreas Reckwitz, Beate Rössler, Yves Sintomer, Sarah Speck, Ferdinand Sutterlüty, Felix Trautmann und Peter Wagner