Foto: André Løyning
Rücksichtslosigkeit ist ein Teil von Literatur. Kritiker mahnen sie gerne an. Literaturwissenschaftler belegen sie. Leser erstaunen vor ihr. Für Schriftsteller aber ist sie kein Upgrade, keine freiwillige Leistung. Sie ist unausweichlich, wenn alles zum Kern drängt. Wohl kein Werk hat derzeit so viele Leser in Begeisterung auf sich vereint wie das des Norwegers Karl Ove Knausgård. Der Romanzyklus »Min Kamp« ist Selbstüberwachung, Erinnerungsmahlwerk, Autobiografie und auch Autopsie – Untersuchung der Stillstände, Hemmungen, Krusten. Die Radikalität des Ansatzes, die schwindelerregenden Wechsel zwischen kleinsten Details und großen Gedanken, die essayistischen Passagen zu Themen der Kunst- und Literaturgeschichte und in »Kämpfen«, dem sechsten und vorerst letzten Band, nun auch die berührende Schilderung einer Krankheit und Ehekrise, zeichnen Knausgård aus.

In Kooperation mit dem Literaturhaus Frankfurt und dem Luchterhand Verlag


Schauspielhaus
Mit
Karl Ove Knausgård

Moderation
Alf Mentzer (hr2-kultur)

Lesung auf Deutsch
Isaak Dentler