Mitten in der Innenstadt, gegenüber verspiegelten Bankenfassaden, stehen Frankfurts Städtische Bühnen. Mehr als 50 Jahre waren sie Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die »Theaterdoppelanlage« am Ende, der Betrieb nur noch befristet geduldet: den Städtischen Bühnen läuft die Zeit davon. Wie soll es mit ihnen weitergehen?
Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, sind die Debatten leidenschaftlich und kontrovers geführt worden. Zugleich wurde nicht nur die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz gestellt, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Hat sich das Theater als »moralische Anstalt« überlebt? Welcher Aufwand lässt sich überhaupt rechtfertigen, wenn die klamme öffentliche Hand dafür finanziell einstehen muss? Sind uns solche Schauspiel und Oper jeden Aufwand wert, oder müssen wir Theater heute und in Zukunft ganz anders denken?
Bis die politische Entscheidung gefallen sein wird, ist eine Selbstverständigung der Frankfurter Stadtgesellschaft nötig. Frankfurt wird Verantwortung übernehmen müssen. Denn die Stadt sollte sich nicht zuletzt darüber im Klaren sein, dass sie eine exemplarische Diskussion über die Bedeutung des öffentlich subventionierten Theaters führen wird, die weit über die Rhein-Main-Region hinaus wirken dürfteDie Römerberggespräche möchten in der Diskussion erkunden, welche Gestaltungschancen derzeit bestehen.

Bitte beachten Sie, dass die Platzkapazität des Chagallsaals während der 45. Römerberggespräche begrenzt ist. Wir bitten hierfür um Ihr Verständnis!

Eintritt frei!





Chagallsaal

21. Oktober 2017