Foto: Birgit Hupfeld

Es ist ein verdammt guter Tag für Wahrheiten.

Alkohol, Tabletten und Lebenslügen, das ist der Kitt, der die Familie Weston seit Jahren zusammenhält. Bis Familienoberhaupt Beverly Weston schließlich die Nase voll hat: Er engagiert eine Pflegerin für seine krebskranke Frau Violet und verschwindet von einem Tag auf den anderen. Um Violet beizustehen, reist der gesamte Familienclan an und die Tage der Ungewissheit werden für alle zur Zerreißprobe. Während einer Familienfeier brechen die schwelenden Konflikte dann offen aus: eine familiäre Schlammschlacht, ausgefochten zwischen drei Generationen, die außer ihren Wurzeln nichts mehr miteinander gemein haben.

Tracy Letts’ tragikomisches Familienepos wurde mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnet und 2013 mit Starbesetzung verfilmt. »Eine Familie« ist das Gegenbild zum amerikanischen Traum und der Familie als letzter Bastion. Mit bitterem Humor zeichnet Letts den Niedergang eines Familienclans nach, der auch für das gegenwärtige Amerika steht. Eine Gesellschaft, die sich permanent selbst betäubt, um der eigenen Realität nicht ins Gesicht sehen zu müssen. Regisseur und Intendant Oliver Reese wird dieses große Ensemblestück, das den Humor und die Tragik eines Anton Tschechow mit dem Realismus eines Eugene O’Neill vereint, inszenieren.

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins - Sektion Schauspiel
Pressestimmen
Wie Constanze Becker die Kämpfe der Mutter noch einmal kämpft […] mit dem ganzen Körper wütet […], wie sie plötzlich, wenn ihre Herrschsucht und Aggressivität sich Bahn brechen, in die Stimmlage ihrer Mutter wechselt […], das ist Schauspielkunst. Constanze Becker und Corinna Kirchhoff machen die fast vierstündige […] Inszenierung des Well-made play zu einem Ereignis.
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Reese, der der gepflegten Unterhaltung unverkrampft gegenübersteht, zeigt ein gut gelauntes Gespür dafür, wie Letts auch schlicht mal Gegenstände, Blicke, flotte Sätze und unerwartete Wahrheiten durch die Luft fliegen lässt.
Frankfurter Rundschau
Reeses Abschiedsinszenierung ist ein Schauspielerfest und eine Bühnenschlacht im besten Sinne. […] Oliver Reese und sein Team werden der Stadt fehlen.
SWR2
Der Abend ist stimmungsvoll, witzig, […] sarkastisch, entlarvend, obszön, erfrischend. […] Wertung: sehr gut.
BILD
Reese hat dafür noch einmal die Stars seines Ensembles zusammengetrommelt, die können hier alle richtig glänzen. […] Insgesamt ist es eine Schauspielergala in Cinemascope.
hr2 Kultur
Corinna Kirchhoff spielt die mit Tabletten zugedröhnte Mutter mit verstörend grandioser Präsenz. Die Dialoge sind von boshafter, messerscharfer Komik, die Pointen perfekt zugespitzt. […] Wenn Sie dachten, Meryl Streep und Julia Roberts seien in diesen Rollen nicht zu überbieten, dann schauen Sie sich Corinna Kirchhoff und Constanze Becker an, in Oliver Reeses Inszenierung im Schauspiel Frankfurt und lassen Sie sich eines besseren belehren.
3sat Kulturzeit
Großer Jubel beim Schlussapplaus […].
Kulturfreak
Oliver Reese nutzt das viele prägnante Rollen bietende Stück für eine Parade seines herausragenden Ensembles. […] Auch in seiner letzten Inszenierung als Intendant des Hauses huldigt er also seinen Schauspielern und bestärkt sie in ihrer Verwandlungskraft. […] Rasender Applaus.
Nachtkritik
Tracy Letts bitterböses Pulitzer-Preis-Stück »Eine Familie« wird am Frankfurter Schauspiel zum Schaulauf eines exzellenten Ensembles. […] Nicht nur die Güte von Reeses Ensemble, auch die gut durchdachte Regie zeitigt neben der saftigen Keilerei immer wieder zartbittere Momente des Innehaltens.
Frankfurter Neue Presse
Man lächelt hier und da genüsslich über schön ausgespielte Pointen im derben Schlagabtausch.
Offenbach-Post
Der Rhythmus stimmt und reißt mit. Zum Abschied in Frankfurt zieht Intendant Oliver Reese noch einmal alle Register und inszeniert mit seinem blendend aufgelegten Stammensemble das ganz große Drama […]. Ein packendes Erlebnis, das man auf keinen Fall versäumen sollte.
Gießener Allgemeine Zeitung
Mitte Januar ist es für einen Superlativ wie »Inszenierung des Jahres« wohl noch zu früh. Leider. Oliver Reeses Regie-Ausstand als Intendant des Frankfurter Schauspiels mit der Familiensaga »Osage County – Eine Familie« […] nämlich ist zu einem so bezwingenden Plädoyer für die Rückkehr zum psychologischen Erzähltheater gediehen, dass der Zuschauer sein Glück kaum zu fassen vermag. Dreidreiviertel Stunden insgesamt – und alles stimmt: Ton, Tempo, Figurenzeichnung. Ein toller Abend.
Allgemeine Zeitung
Selbst wenn hier die Begriffe »Gemeinschaft« und »gemein sein« häufig kongruent zu sein scheinen, so hat Oliver Reese mit dieser bisweilen auch komischen Orgie des Zerfalls […] doch einen ganz wunderbaren Schlusspunkt seiner Intendanz gesetzt […]. An diesem fast vierstündigen Abend sorgten die furiose Inszenierung, die hervorragenden Leistungen der Schauspieler sowie die engagierte fünfköpfige Live-Band im Western-Look […] für eine letzte Aufgipfelung. – Brausender Applaus. 
Rhein-Neckar-Zeitung
Geboten werden in üppigen dreieinhalb Stunden Spielzeit jede Menge pointierte Dialoge, böser Witz und vor allem zahlreiche wunderbare Schauspielerauftritte.
Fuldaer Zeitung
Der stürmische Beifall und die zahlreichen Bravo-Rufe der Besucher ließen keinen Zweifel aufkommen. Es war ein gelungener Premierenabend.
Glanz & Elend
Eine Ära geht zu Ende. Mit einem Riesenerfolg. Einem Triumph für die Schauspieler. […] Nach dreidreiviertel Stunden fünfzehn Minuten stürmischer Beifall.
faust-kultur
Oliver Reese führt in seiner Inszenierung den Zerfall mit einer Intensität vor Augen, die von Anfang an gefangen nimmt. In großartigem Spiel loten die Akteure alle emotionalen Untiefen aus – maßgeschneiderte Live-Musik tut ein Übriges – und sorgen für bemerkenswert eindringliche dreieinhalb Stunden.
FRIZZ

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Schauspielhaus

Premiere 13. Januar 2017

3 Stunden 30 Min., eine Pause
Termine
Mo 10.04.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
So 16.04.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
Mo 17.04.2017 18.00 Uhr – 21.30 Uhr
Mi 19.04.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
Mo 24.04.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
Do 04.05.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
Fr 12.05.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
Sa 13.05.2017 19.30 Uhr – 23.00 Uhr
So 14.05.2017 16.00 Uhr – 19.30 Uhr
Fr 26.05.2017 19.30 – 23.00 Uhr
Sa 27.05.2017 19.30 – 23.00 Uhr
Regie
Oliver Reese

Bühne
Hansjörg Hartung

Kostüme
Elina Schnizler

Musik und Songs
Jörg Gollasch

Video
Meika Dresenkamp

Dramaturgie
Michael Billenkamp

Besetzung
Wolfgang Michael (Beverly Weston)
Corinna Kirchhoff (Violet Weston)
Constanze Becker (Barbara Fordham)
Oliver Kraushaar (Bill Fordham)
Carina Zichner (Jean Fordham)
Verena Bukal (Ivy Weston)
Franziska Junge (Karen Weston)
Josefin Platt (Mattie Fae Aiken)
Martin Rentzsch (Charlie Aiken)
Sascha Nathan (Little Charles Aiken)
Katrin Hauptmann (Johnna Monevata)
Till Weinheimer (Steve Heidebrecht)
Isaak Dentler (Sheriff Gilbeau)
Live-Musiker: Peer Neumann (Piano), Timo-Erik Neumann (Drums), Tim Roth (Bass), Radek Stawarz (Geige), Tomek Witiak (Gitarre)