Das Gemeinwohl ist ein hohes Gut in einer freien, demokratischen Gesellschaft. Einzelinteressen dürfen dem Wohl der Allgemeinheit nicht widersprechen – so will es unser Grundgesetz. Doch zu welcher Solidarität sind wir noch fähig, wenn die Gesellschaft uns immer mehr zu Einzelkämpfer_innen werden lässt, die sich im freien Wettbewerb durch Selbstoptimierung behaupten müssen? Und wodurch setzen wir diesen Selbstverwirklichungssubjekten der Spätmoderne noch Grenzen? Welche Werte regulieren unser Zusammenleben, die sich dem kapitalistischen Prinzip entgegenstellen und Ausgrenzungsstrategien verhindern? Der Soziologe Andreas Reckwitz spricht in seinem mehrfach preisgekrönten Sachbuch »Die Gesellschaft der Singularitäten« sogar von einer neuen Klassengesellschaft, in der die Unterschicht ausgegrenzt und abgehängt wird. Für seine brillante Analyse erhält er die höchste wissenschaftliche Auszeichnung in Deutschland: den Leibniz-Preis 2019.

MITDENKEN MITREDEN FRAGEN STELLEN ANTWORTEN SUCHEN

Der Denkraum ist eine partizipative Redenreihe im Schauspiel Frankfurt, in diesem Jahr anläßlich der 70 Jahre Grundgesetz zum Thema: »Verfassung_aber wie?« Nach jedem Impulsvortrag unseres Gastes erhalten alle Zuhörer die Möglichkeit, in kleinen Tischgesprächen zu jeweils zehn Personen die dargelegten Thesen und Analysen zu diskutieren und Fragen an den Redner oder die Rednerin zu formulieren. Der jeweilige Moderator des Abends sammelt diese Eindrücke ein und konfrontiert unseren eingeladenen Spezialisten auf diese Weise mit den Fragen des Publikums.
Eine Veranstaltung in Zusammenarbeit mit dem Exzellenzcluster »Normative Orders« der Goethe-Universität Frankurt. Gefördert von der Heraeus Bildungsstiftung.
Chagallsaal
Termine
Di 19.03.2019 20.00
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Moderatorin
Marion Tiedtke

Nächster Termin
2. April 2019 Marina Weisband Privatsphäre _ Wie sind wir geschützt im digitalen Zeitalter?