Foto: Robert Schittko
Die Erfahrung des Transitorischen, des Wechsels und Austausches, des Vorübergehenden und der Reise ist für die Stadt Frankfurt schon seit Jahrhunderten prägend. Mit »Ministerium der verlorenen Züge« setzt der ungarische Regisseur Viktor Bodó diese Erfahrung als zentrales Moment einer künstlerischen Suche nach dem Vorübergehenden, dem Flüchtigen, dem Fremden und zugleich dem Verbindenden zwischen Europa und Asien. Zusammen mit dem Autor Péter Kárpáti, einem Kamerateam und seinen künstlerischen Mitstreitern reist er mit der transsibirischen Eisenbahn in das Grenz- und Zeitzonenland zwischen Russland, China und der Mongolei. Im Bockenheimer Depot entsteht aus den Erfahrungen dieser Reise ein Theater, das in künstlerisch-literarischer Verdichtung von unserer globalen Gegenwart erzählt: vom Aufeinanderprallen der Kulturen, von besonderen Orten, wahren und erfundenen Schicksalen, Wandel und Permanenz.

Die Uraufführung und Recherche der Produktion »Das Ministerium der verlorenen Züge« wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain, Themenschwerpunkt »Transit«.

Pressestimmen
»Es steht eine […] Kopie eines Transsib-Waggons in Originalgröße auf der Bühne. Ein Wunderwerk der Bühnenbildnerin Juli Balázs: aufklappbar, auf- und niederfahrende Abteilwände; sehr stimmig, sehr stimmungsvoll. Durchs Fenster sieht man immer wieder russische Landschaften vorbeiziehen […] . Und in den besten Augenblicken dieser Inszenierung teilt sich dann der Rausch dieser weiten Landschaften mit. Man fühlt sich da in Bewegung, vor allem wenn auch oben auf der Breitleinwand […] diese tolle Landschaft dominiert.«
(hr 2 – Frühkritik)
»[…]Handwerklich ist der Abend hervorragend gemacht, vor allem der Live-Einsatz der Videokamera (Ágnesh Pakozdi) beeindruckt. In den Fenstern der Abteile und über dem Zug (Bühne: Juli Bálazs) sieht man die Projektionen. Zeitlupen werden in Echtzeit gespielt, eine Windmaschine aufgefahren, die Videos wirken wie eine Hommage an das gute, alte Hollywood-Kino. All das passt perfekt zu der Musik von Klaus von Heydenaber, der von Yuriy Shunevych geleitete Chor steckt viel Melancholie in die schönen Lieder. […]«
(Die deutsche Bühne, 1. Dezember 2017)
»[…] Transit, Übergang, Reise, Ziellosigkeit, das ist das Leben. Und selten einmal wurde das so amüsant verhandelt.«
(FAZ, 4. Dezember 2017)
»[…] wenn die umwerfende Schauspielerin Melanie Straub die Szenerie betritt und gespenstergleich eine fein poetische Liebesgeschichte mit Moritz spinnt, zart und windschief. Oder wenn Peter Schröder mit verrückter Verspieltheit die unterschiedlichen Geräuschebenen beim Zugfahren auseinander dividiert. […]«
(Nachtkritik.de, 1. Dezember 2017)
»[…] Etwas derartig Lustiges bekommt man selten im Theater zu sehen. Auch solch einen hübschen Ulk darf ein Stadttheater getrost mal hervorbringen.«
(Offenbach Post, 5. Dezember 2017)
»[…] eine gute Idee, großartig inszeniert (von Viktor Bodó) und in einen umwerfenden Rahmen gestellt (von Juli Balázs).
(Faust-Kultur, 5. Dezember 2017)
»[…] bis hin zur schrägen Wucht Peter Schröders: Seinschwitzender Ex-Mafioso und 13-fingriger Schamane haut die Besucher im AltenEisenbahndepot spürbar von den Sitzen. Erstklassig sieht auch deratmosphärische Zug von Juli Bálazs aus. […]«
(FNP, 4. Dezember 2017)
»[…] Schauspieler, die ihre Kunst zum Schillern zu bringen: angefangen von der höchst wandlungsfähigen Melanie Straub, über die auf ihre Rolle als handfeste Schaffnerin festgelegte Katharina Linder, über einen subtilen Torsten Flassig, der als überforderter Reiseleiter und als empörte, nicht geschriebene Rolle gleichermaßen überzeugt, bis hin zur schrägen Wucht von Peter Schröder. Sein schwitzender Ex-Mafioso und der qualmende, 13-fingerige Schamane hauen die Besucher im Alten Eisenbahndepot von den Sitzen. Erstklassig sieht auch der atmosphärische Zug von Juli Balázs aus, den die präzisen Handkamerafilme Ágnesh Pákozdis pittoresk umrahmen. […]«
(Gießener Allgemeine Zeitung, 5. Dezember 2017)
»[…] Viktor Bodó inszeniert das immer mysteriöser werdende Geschehen äußerst unterhaltsam, mit einem sehr spielfreudigen Ensemble. Sebastian Reiß gibt den unbedarft überwältigten Entdecker, Katharina Linder glänzt als russische Domina, Nicolas Matthews möchte eine Geschichte erzählen kommt aber nicht dazu. […] Herausgekommen ist ein Abend, der fasziniert und irritiert, beglückt und einen auch ratlos zurücklässt.«
(Bild, 4. Dezember 2017)
»[…] Im Bockenheimer Depot erlebt der Zuschauer eine außergewöhnliche Inszenierung, die sehr stark von filmischen Elementen geprägt ist, […]Hier ist es die ungarische Kamerafrau Ágnesh Pàkozdi, die außerordentliche Bilder einfängt, die den Abend prägen. Dabei sind es nicht nur ausgefallene Nahaufnahmen der großartig agierenden Darsteller, die beeindrucken, sondern auch die Zurschaustellung, wie ungewöhnliche Filmmomente gedreht werden […]«
(Kulturfreak.de, Dezember 2017)

Bildergalerie

Video

Bockenheimer Depot

Uraufführung 1. Dezember 2017

2 Stunden, keine Pause
Termine
Mo 11.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
19.30 Uhr, Einführung
Mi 13.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Sa 16.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
So 17.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Do 21.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
19.30 Uhr, Einführung
Mi 27.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Do 28.12.2017 20.00 Uhr – 22.00 Uhr
Regie
Viktor Bodó

Bühne
Juli Balázs

Kostüme
Ildi Tihanyi

Musik
Klaus von Heydenaber

Sounddesign
Gábor Keresztes

Video
Ágnesh Pàkozdi

Chorleitung
Yuriy Shunevych

Dramaturgie
Anna Veress, Alexander Leiffheidt

Licht
Tamás Bányai

Besetzung
Sebastian Reiss (Moritz)
Katharina Linder (Olga Fjodorowna)
Nicolas Matthews (Psoi)
André Meyer (Fenteflej / Schmied)
Torsten Flassig (Reiseleiter / Franz / Dimitri)
Peter Schröder (Grossvater / Alter Mann / Pjotor Rudolfowitsch / Schamane)
Melanie Straub (Daschenka / Klawdija / Kanzleileiterin)
Luana Velis (Nina / Xenia / Hilda / Beamtin)
Nelly Politt (Enkel / Ljudmilla / Mascha)
Philipp Beljaev, Michael Broschat, Anel Hunnius, Joel-Conrad Hieronymus, Natalja Melnik, MykolasNechajus, Jannika Nordhauß, Anastasiya Rudyk,Yauhen Sarmont, Swen Schneider-Wentrup, Angelina Selvivanova, Elena Shunevych (Statisterie und Chor)