Foto: Birgit Hupfeld

Die Massen sind in Bewegung.

Berlin in den 1930er Jahren. Die Schauspielerinnen Agnes und Paulinka, die kommunistische Künstlerin Annabella, der ungarische Kameramann Husz und der homosexuelle Patz sehen mit Wut, Verzweiflung und Revolutionswillen der sich ausweitenden Macht Hitlers entgegen. Sie kämpfen idealistisch und hoffnungsvoll. Und obwohl sie immer wieder mit der Ausweglosigkeit ihres Kampfes konfrontiert sind, ist keiner von ihnen bereit, aufzugeben – bis die Machtergreifung Hitlers real wird. Der amerikanische Autor Tony Kushner (»Engel in Amerika«) hat mit »Willkommen in Deutschland« 1985 eine Gesellschaftsstudie vom Widerstand und ein Künstlerdrama in Zeiten politischer Katastrophen über die Verantwortung der Menschen für die Zeit, in der sie leben, geschrieben, Rückblick und Gegenwartsbefragung zugleich. Er erfindet dafür Zillah, eine junge Frau der Jetzt-Zeit, die nicht tatenlos zusehen will, wie Geschichte sich wiederholt, und nach einer neuen, radikalen Form des Widerstands sucht. Für das Schauspiel Frankfurt hat die österreichische Autorin Marlene Streeruwitz diese Figur mit heutigem Blick neu formuliert und ergänzt damit Kushners Suche nach politischen Handlungsmöglichkeiten in autoritären Systemen. 

Inszenieren wird die Deutschsprachige Erstaufführung Katrin Plötner, die seit der Spielzeit 2015/16 im REGIEstudio engagiert ist und sich dort mit ihrer verdichteten Inszenierung von Horváths »Hin und Her« in der Box und der Uraufführung von Sascha Hargesheimers »Odyssee«-Überschreibung in den Kammerspielen vorgestellt hat. Weitere Arbeiten entstanden u.a. am Residenztheater München, am Theater Regensburg und am Staatstheater Karlsruhe

With the playwright`s permission, changes have been made to the Zillah portions of the play by Marlene Streeruwitz.

Mit freundlicher Unterstützung des Frankfurter Patronatsvereins - Sektion Schauspiel
Das REGIEstudio am Schauspiel Frankfurt wird ermöglicht durch
Pressestimmen
Aufruf zur Wachsamkeit in undurchsichtigen Zeiten
Frankfurter Allgemeine Zeitung
Ein Abend, der aufrüttelt und viele Fragen stellt vor allem an uns selbst und den Weg, für den wir uns entscheiden.
Main-Echo
Verdienter Applaus für einen klaren Theaterabend zur rechten Unzeit
Gießener Allgemeine Zeitung
Carina Zichner zuzusehen, wie sie als Stimme aus der Gegenwart durch den Abend führt, ist die helle Freude.
BILD
Eine gelungene Verpackung für ein wichtiges Thema, nicht nur im Wahljahr 2017 (zudem hervorragend gespielt). Starker Applaus.
Kulturfreak

Bildergalerie

Kammerspiele

Deutschsprachige Erstaufführung
1. April 2017
Regie
Katrin Plötner

Bühne
Anneliese Neudecker

Kostüme
Lili Wanner

Musik
Markus Steinkellner

Dramaturgie
Henrieke Beuthner

Besetzung
Jeanne Devos (Agnes Eggeling)
Paula Hans (Paulinka Erdnuß)
Sina Martens (Anabella Gotchling)
(Mitglied im SCHAUSPIELstudio)
Carina Zichner (Zillah)
Jan Breustedt (Emil Traum)
Christoph Pütthoff (Vealtninc Husz)
Lukas Rüppel (Gregor Patzwald)