Im Grunde hat niemand etwas gegen Andri, den Pflegesohn des Lehrers. Er sei, sagt der Wirt des Dorfes, eine Ausnahme. Nicht geldgierig wie die anderen Juden. Er sei, sagt der Soldat, feige. Aber er könne sich beliebt machen. Er sei, sagen andere, geil. Ohne Gefühl. »Vielleicht«, fragt sich Andri, »haben sie Recht?« Doch er hat Gefühle. Er liebt Barblin, die Tochter des Lehrers. Sie wollen heiraten. Aber das erlaubt der Lehrer nicht. Er kann es nicht erlauben, denn er hat zeitlebens gelogen. Andri ist sein leiblicher Sohn, Andri und Barblin sind in Wahrheit Halbgeschwister. Da wird das kleine Dorf über Nacht vom großen Nachbarn überfallen. »Die Schwarzen« marschieren ein. Wer kein Jude sei, sagen sie, habe nichts zu befürchten. Andri ist kein Jude. Aber jetzt, sagt er, will er’s sein. Jetzt kann er nicht mehr anders. Denn das ist das Böse: »Plötzlich bist du so, wie sie sagen.«
Max Frischs Parabel über die Alltagsmechanismen der Entmenschlichung, die zu Antisemitismus und Rassismus führen, zeigt David Bösch als intensive, bildstarke Momentaufnahme einer klaustrophobischen Welt.
Schauspielhaus

Premiere 09. Oktober 2020
Termine
Fr 09.10.2020 19.30
So 11.10.2020 18.00
Mo 12.10.2020 19.30
Mo 19.10.2020 19.30
Fr 23.10.2020 19.30
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Fr 30.10.2020 19.30
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Sa 31.10.2020 19.30
Do 12.11.2020 19.30
Fr 13.11.2020 19.30
Mo 16.11.2020 19.30
Mi 18.11.2020 19.30
Do 19.11.2020 19.30
Sa 28.11.2020 19.30
So 29.11.2020 18.00
Regie
David Bösch

Bühne
Patrick Bannwart

Kostüme und Video
Falko Herold

Dramaturgie
Alexander Leiffheidt

Besetzung
Sarah Grunert (Barblin)
Nils Kreutinger (Andri)
Michael Schütz (Lehrer)
Christina Geiße (Senora)
Isaak Dentler (Soldat)
Peter Schröder (Tischler)
André Meyer (Wirt)
Stefan Graf (Doktor)
Sebastian Reiß (Pfarrer)
Jonathan Lutz (Geselle)