Kleist hat die schönsten deutschen Verse geschrieben. In seinem Eifer, unsere Sprache nach antiken wie französischen Vorbildern im klassischen Drama zu perfektionieren, war er zugleich so modern wie kein anderer. Er ahnte, dass mit dem Ausgang aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit, diesem Diktum der deutschen Aufklärung, ein für alle Mal das Individuum in eine Überforderung gerät, die wir bis heute empfinden. Seine Helden stolpern über eine Welt, in der sie vergeblich Lebenshalt und -wahrheit im eigenen Ich oder in der Liebe des Anderen suchen. So begegnet Diener Sosias nach fünf Monaten Krieg bei der Heimkehr sich selbst und wird sogar von diesem Ich in die Flucht geschlagen. Ein Mann verführt Alkmene, der ihrem Gatten Amphitryon gleicht, ohne es zu sein. Die Welt wird ein Gebäude aus Flüchtigem und Täuschendem. Es gibt keine Gewissheiten mehr. Wer sind wir? Einer oder viele, welcher oder welche? Nur ein Gott weiß die Antwort. Andreas Kriegenburg wird seine Arbeit am Schauspiel Frankfurt mit einem seiner liebsten Theaterautoren fortsetzen.
Schauspielhaus

Premiere 9. Februar 2018
Termine
Fr 09.02.2018 19.30 Uhr
So 11.02.2018 16.00 Uhr
Mo 19.02.2018 19.30 Uhr
19.00 Uhr, Einführung im Chagallsaal
Fr 23.02.2018 19.30 Uhr
Mi 07.03.2018 19.30 Uhr
Do 08.03.2018 19.30 Uhr
Regie
Andreas Kriegenburg

Bühne
Harald B. Thor

Kostüme
Andrea Schraad

Dramaturgie
Marion Tiedtke

Besetzung
Max Simonischek (Amphitryon)
Patrycia Ziolkowska (Alkmene)
Friederike Ott (Charis)
Fridolin Sandmeyer (Jupiter)
Christoph Pütthoff (Sosias)
Sebastian Reiss (Merkur)