Feine Leute. Ein Landsitz im Spätsommer. Keine Eintrübung in Sicht. Und doch… Der blinde Autor Eduard von Keyserling seziert in seiner Erzählung von 1911 hellsichtig eine Gesellschaft der Dekadenz. Ähnlich dem überreifen Obst, das er bildreich beschreibt, ist diese faul und weich – ohne Kern und Substanz. Um der gähnenden Leere des eigenen Lebens zu entgehen, beschäftigt man sich mit dem Garten, der Jagd, der Liebe. Seltsam hohl bleibt diese Liebe aber, noch nicht einmal ein drohendes Duell kann die Figuren länger als für eine Nacht interessant machen. Der nahende Untergang dieser Welt ist allgegenwärtig in diesem mit feiner Ironie beschriebenen Mikrokosmos, der sich vergeblich von der Außenwelt abzuschotten sucht. Barbara Bürk – Expertin für leichtfüßige Adaptionen literarischer Texte – bringt Keyserlings atmosphärisch dichte Erzählung als musikalisches Schauspiel auf die Bühne.
Kammerspiele

Uraufführung 21. Februar 2020
Termine
Fr 21.02.2020 20.00
Evtl. Restkarten an der Abendkasse
Sa 22.02.2020 20.00
Regie
Barbara Bürk

Ausstattung
Anke Grot

Musik
Markus Reschtnefki

Dramaturgie
Ursula Thinnes

Besetzung
Melanie Straub (Daniela von Bardow / Wirtin der Waldschänke)
Fridolin Sandmeyer (Karl Erdmann von West-Wallbaum)
Michael Schütz (Vater / Ottomar von der Lynck, Legationsrat)
Christina Geiße (Mutter / Oda)
Wolfgang Vogler (Aristides Dorn / Dr. Ulich)
Eike Hackmann (Botho)
Julia Pitsch (Heida / Margusch, Wirtstochter / Lina, Hausmädchen)
Markus Reschtnefki (Leo / Fräulein Undamm, Gouvernante / Wirt der Waldschänke)