Das Tove-Projekt (AT)

nach Tove Ditlevsen
aus dem Dänischen von Ursel Allenstein
für die Bühne bearbeitet von Joanna Bednarczyk
Schauspielhaus
Premiere 02. Juni 2023
TEAM
Regie: Ewelina Marciniak
Bühne: Ewelina Marciniak, Grzegorz Layer
Licht: Aleksandr Prowaliński
Dramaturgie: Katja Herlemann
INHALT
»Ein Mädchen kann nicht Dichterin werden«, sagt der Vater zu der jungen Tove im Kopenhagener Arbeitermilieu der 1930er Jahre. Aber auch wenn diese Frau nie in die literarischen Kreise ihrer Zeit passte, so erarbeitete sie sich dennoch bereits in jungen Jahren Ruhm und Anerkennung als Schriftstellerin. Tove Ditlevsen hat mit ihrer sezierenden Prosa die Fähigkeit, einer widrigen Wirklichkeit standzuhalten. Im Leben, und wenn nicht im Leben, dann in der Literatur. Und es ist kein Zufall, dass sie gerade als Weltliteratur (wieder)entdeckt wird, weil sie mit schmerzlicher Offenheit den Kampf um künstlerische Autonomie und um eine Identität als Künstlerin, Frau und Mutter in ihren autofiktionalen Texten abbildet.
Für die Inszenierung von Ewelina Marciniak kommen die drei Bände der »Kopenhagen-Trilogie«, Tove Ditlevsens zentrales Werk, in dem sie ihr Leben rekapituliert, zusammen mit der Neuübersetzung von »Gesichter«, in der Ditlevsen die Wahrnehmungsverschiebungen einer seelisch erkrankten Frau meisterhaft erfahrbar macht, auf die Bühne. In einer Bearbeitung von Joanna Bednarczyk entsteht das Porträt einer Frau und Künstlerin, die entschieden darauf besteht, ihr Leben nach den eigenen Vorstellungen zu leben.
Ermöglicht von der Deutschen Bank Stiftung im Rahmen der »Autor:innenförderung«.
Es gibt eine Menge Menschen, aber noch viel mehr Gesichter, denn jeder hat mehrere.