Projektleitung

Martina Droste, Künstlerische Gesamtleitung

Martina Droste leitet das »Junge Schauspiel Frankfurt« und führt Regie in Projekten mit Jugendlichen. Zuvor war sie Theaterpädagogin und Regisseurin am Schauspiel Dortmund und wirkte als Coach, Projektleiterin, Dramaturgin und Regisseurin bei zahlreichen Inszenierungen mit Jugendlichen mit, u.a. „Clockwork Orange“, „Norway Today“ und „Baal“. Sie realisierte intergenerative Projekte mit Jugendlichen und Senioren wie »König Lear«, das Filmprojekt „Frühstark & Halbreif“ mit Teenagern der 50er und 90er Jahre sowie die Crossover-Performance „gemeinschaftsraum“ in Kooperation mit dem Museum Ostwall im Rahmen der Kulturhauptstadt RUHR 2010. Außerdem leitete sie Weiterbildungen für Lehrerinnen in NRW und war Dozentin für Theaterpädagogik an der Ruhr Universität Bochum und Universität Dortmund. Seit November 2010 ist sie leitende Theaterpädagogin am Schauspiel Frankfurt und inszeniert mit Jugendlichen für die Kammerspiele und das Bockenheimer Depot. Zu ihren Arbeiten zählen u.a. historische Recherchearbeiten mit Frankfurt-Bezug wie „Swing Again. Eine Zusammenrottung zur Verübunggemeinschaftlichen Unfugs“ oder „Anne“, ein Projekt zu Anne Frank. Gemeinsam mit dem Komponisten und Performer Chris Weinheimer entstanden inklusive Performancearbeiten mit Jugendlichen, u.a. „All Inclusive“ mit Jugendlichen mit geistiger Behinderung, „Frankfurt Babel“ und „United in Peace and Freedom“ mit jugendlichen Geflüchteten. Die Projekte wurden mehrfach ausgezeichnet und zu zahlreichen Festivals eingeladen, so zum „Bundestreffen Jugendclubs an Theatern“ [„All Inklusive“], zum Theatertreffen der Jugend in Berlin [„Frankfurt Babel“, „Anne“] und zum Jugend Theater Festival Schweiz 2015 [„Anne“].

Alexander Leiffheidt, Künstlerische Gesamtleitung (Dramaturgie)

studierte Europäische Literatur, Philosophie und Theaterwissenschaft in Erlangen, Berlin und Cambridge/Großbritannien. Von 1998 bis 2000 war er Regieassistent am Landestheater Linz/Osterreich und entwickelte eigene Regiearbeiten und Projekte u. a. am Landestheater Linz, WUK Wien und in Großbritannien. Anschließend war er Festivaldirektor und Mitbegründer des „Pasifika Styles Festival“ in Cambridge, des ersten Festivals südpazifischer Gegenwarts- und Performancekunst in Großbritannien. Danach war Head of Development an der Tamasha Theatre Company London, der führenden British-Asian Theatre Company in Großbritannien, und Deputy Executive Director der Escape Artists Company, London, einer inklusiven Kunst- und Theaterproduktionsfirma, die u.a. in Strafvollzugsanstalten arbeitete. Von 2010 bis 2015 war er Chefdramaturg am Hessischen Landestheater Marburg, von 2015 bis 2017 Dramaturg am Schauspielhaus Bochum. Seit der Spielzeit 2017/18 ist er Dramaturg am Schauspiel Frankfurt. Er arbeitet unter anderem mit den Regisseuren Victor Bodó, David Bösch, Jan Gehler, Jan-Christoph Gockel, Marius von Mayenburg, Eric de Vroedt und Anselm Weber zusammen.

Annika Rink, Produktionsleitung

Annika Rink studierte Theaterwissenschaft, Germanistik und Griechische Philologie auf Magister und Lehramt. Bereits während ihres Studiums arbeitete sie als Regieassistenin, Inspizientin und Souffleuse u.a. am Theater der Stadt Koblenz. Von 2011 bis 2018 war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Theaterwissenschaft am Institut für Film-, Theater- und empirische Kulturwissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig. Neben ihrer Forschungs- und Lehrtätigkeit betreute sie als Koordinatorin und Produktionsleitung das Szenische Projekt des Institutes und arbeitete weiterhin als Dramaturgin und Regieassistentin u.a. für das Koblenzer Jugendtheater. Seit 2018 übernimmt sie die Produktionsleitung von »All Our Futures«.

KÜNSTLER UND KÜNSTLERINNEN

Performance/Darstellende Kunst im öffentlichen Raum

Corbinian Deller

Nach ersten eigenen Regiearbeiten am Akademietheater München absolvierte Corbinian Deller zwischen 2006 und 2009 ein Schauspielstudium an der vorm. Westfälischen Schauspielschule in Bochum (heute Folkwang Universität der Künste). Während dieser Zeit war er u. a. am Schauspielhaus Bochum zu sehen. Danach war er festes Ensemblemitglied im Stadttheater Gießen, bevor er 2012 erneut studierte, nun Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Hier absolvierte Corbinian Deller Workshops – u. a. bei der Need Company (Viviane De Muynck), Forced Entertainment (Tim Etchells) und Heiner Goebbels. Seit 2011 arbeitet Corbinian Deller als freischaffender Schauspieler und Performancekünstler. 2008 erhielt er das Exzellenzstipendium der Folkwang Universität der Künste, 2009 den Ensemblepreis beim Theatertreffen deutschsprachiger Schauspielstudierender in Zürich.

Ripchinsky & Ruckstuhl

Das Duo Ripchinsky & Ruckstuhl teilt sich eine der drei Künstlerpositionen im Bereich „Performance“. Leander Ripchinsky wurde als Filmwissenschaftler, Theaterwissenschaftler, Soziologe und Theaterpädagoge ausgebildet und erarbeitet in verschiedenen Konstellationen und Funktionen Performances. Florence Ruckstuhl sammelt bereits seit ihrer Jugend praktische spartenübergreifende künstlerische Erfahrungen im Basler Raum, wo sie seit derSpielzeit 2013/2014 am Theater Basel einen Jugendclub leitet. Ebenfalls seit 2013 studiert sie am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen. Seit Herbst 2014 arbeitet sie dort mit Ripchinsky kontinuierlich zusammen. Beide verbindet ein starkes Interesse für die Performativität von Vorgängen und Prozessen sowohl auf als auch abseits der Bühne. Gemeinsam arbeitet sich das PerformerInnen-Duo an den Grenzbereichen des Darstellbaren, des Denkbaren und des Möglichen ab und lotet Situationen mit performativen Praktiken aus. Ripchinsky & Ruckstuhl sind in der Spielzeit 2017/2018 die TrägerInnen des Stipendiums "Performance-Theater für Kinder und Jugendliche" am Theater Freiburg.

Regina Wenig

setzt sich mit ihrer Wahlheimat Frankfurt auseinander, indem sie aus Interviews mit hier lebenden Menschen Performance-Projekte macht, die sie an theaterferneren Orten wie dem Hauptbahnhof, dem Polizeipräsidium, einer Moschee oder der Nationalbibliothek zur Aufführung bringt. Sie studierte in Gießen „Angewandte Theaterwissenschaft“, u.a. bei Heiner Goebbels und Reinhild Hoffmann, und war zuvor als Regieassistentin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg tätig (Intendanz Frank Baumbauer). Seit 2000 arbeitet sie als freischaffende Künstlerin, als Regisseurin, Performerin und Autorin u.a. am Theaterhaus Jena, an den Münchner Kammerspielen, Kampnagel Hamburg, Gessnerallee Zürich, Sophiensaele Berlin, am Deutschem Theater in Göttingen und am Theater Basel. Unter anderem erhielt sie den Preis des Medienforums München für das Theater-Internet–Konzept „FLUCHTEN! Kann man in Bayern flüchten?“, ausgelobt von Spielart München und ars electronica Linz.

Bildende Kunst

Kristin Lohmann

wurde 1976 in Bremen geboren. Im Anschluss an ihre Holzbildhauerausbildung hat sie Freie Bildende Kunst mit dem Schwerpunkt Bildhauerei an der Akademie für Bildende Künste in Mainz studiert und ein Gaststudium an der Städelschule Frankfurt absolviert. Sie realisiert als Künstlerin und Bildhauerin seit einigen Jahren neben ihrer eigenen künstlerischen Arbeit interdisziplinäre Projekte mit Kindern und Jugendlichen zusammen. Kristin Lohmann spielt mit den Sehgewohnheiten des Betrachters. Auf den ersten Blick oft unscheinbar, nicht beachtenswert, ja fast banal präsentiert sie ihre Skulpturen und Installationen. Dabei stellt sie den Kunstbegriff ein wenig auf den Kopf. Man muss schon genau hinschauen, um den Unterschied zu den bekannten Alltagsgegenständen zu erkennen.

Jorma Foth

wurde 1983 geboren. Er ist Absolvent und Meisterschüler der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Städelschule Frankfurt mit Schwerpunkt auf Skulptur undPerformance. Über seine künstlerische Praxis schreibt er: „mich beschäftigt das performative denken und arbeiten am öffentlichen raum mit dahergelaufenen aller größenordnungen – den großgruppenspielen der new games, dem ausstellungsprojekt lampione, dem workshopformat der bauwerkstatt im DAM. da der lange marsch durch die eingeweide nicht ohne die kurzen dieser welt zu machen ist, ist es eine der aufgaben der kunst ebendort für entsprechendes schuhwerk zu sorgen.“

Tanz

Britta Schönbrunn

ist in Stuttgart geboren. 2017 erhielt sie den Master of Arts in zeitgenössischer Tanzvermittlung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Sie ist freischaffende Tänzerin in Produktionen internationaler ChoreographInnen und zahlreicher Festivals in den USA, Japan und Russland. Seit über 20 Jahren realisiert sie Koproduktionen in interdisziplinären Projekten mit KünstlerInnen aus Tanz, Musik und Bildender Kunst in Berlin und Brandenburg. Sie übernahm die Leitung von verschiedenen Jugend- und Schulprojekten unter anderem im Rahmen von „Kultur macht Stark, Bündnis für Bildung“. Sie ist Dozentin für somatische und zeitgenössische Tanztechniken spezialisiert in Yoga und Contact Improvisation an verschiedenen Hochschulen und Akademien.

Kristina Veit

absolvierte 2002 ihr Diplom an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Nach 4 Jahren Theaterengagements in Linz und St. Gallen begann sie 2005 freischaffend mit Kompanien in Dänemark, Spanien und Uruguay zu arbeiten. 2009 wurde Frankfurt zu ihrer Homebase und sie arbeitet seitdem in den unterschiedlichsten Zusammenhängen und mit verschiedensten KünstlerInnen und Ensemblestrukturen. Ihre letzten Arbeiten waren im Herbst 2016 und Januar 2017 in Frankfurt (SWEAT LIFE) sowie in Berlin (Moving Body/Moving Space) im Martin-Gropius-Bau im Rahmen des Excellence Clusters zu sehen. Neben dem Unterrichten von professionellen TänzerInnen ist Kristina Veit seit 2010 kontinuierlich im Bildungsprogramm der Altana Kulturstiftung, dem KulturTagJahr tätig. Sie betreut die Sparte Tanz an zwei Grundschulen und einer Förderschule. 2014 war sie als Gasttänzerin der Forsythe Company Teil des Teams an einer integrierten Gesamtschule. Seit 2015 übernimmt sie für diese Projekte in unterschiedlichen Konstellationen die Konzeption, Planung und Regie im Hinblick auf die Abschlussaufführungen.

Musik

Alexandar Hadjiev

ist Fagottist, Produzent elektronischer Musik und Mitwirkender in zahlreichen interdisziplinären Projekten. Er wurde 1987 in Sofia, Bulgarien geboren, studierte an der Folkwang Universität der Künste, an der HfMdK Frankfurt und der Internationalen Ensemble Modern-Akademie. Er trat mit dem Ensemble Modern, Ensemble M.A.M. und verschiedenen weiteren Ensembles im Bereich der Neuen Musik auf. Als vielseitiger Künstler genießt es Alexander Hadjiev, in verschiedensten Disziplinen wie der Musikerziehung und Musikproduktion tätig zu sein sowie mit TänzerInnen, VideodesignerInnen, SchauspielerInnen und anderen KünstlerInnen zusammenzuarbeiten. Er ist künstlerischer Leiter des „180°“ Festivals Sofia und wurde 2014 von „Darik Radio“ als eine der „40 bis 40“ aktivsten Personen im Kulturbereich Bulgariens gekürt. 2016 war er der erste artist-in-residence am Bauhaus Dessau.

Paul Hübner

erlernte sein Handwerk bei Malte Burba und Mike Svoboda. Als Trompeter widmet er sich in besonderem Maße neuer und experimenteller Musik mit zahlreichen Konzerten im In- und Ausland. Zu seiner Arbeit gehört die intensive Zusammenarbeit mit Komponisten seiner Generation zur Realisation neuer Werke für ein umfangreiches (Blechblas)-Instrumentarium und die Erforschung neuer Klänge – akustischer, inhaltlicher und sozialer Art – in eigenen Kompositionen und Installationen. Paul Hübner ist Preisträger verschiedener nationaler und internationaler Wettbewerbe und war Stipendiat in der Internationalen Ensemble Modern Akademie sowie an der Cité des Arts inParis.