





Darko wächst an einem Ort auf, wo die Menschen meistens keine Arbeit, wenig Ausbildung, noch weniger Hoffnung haben. Sie saufen, prügeln oder stürzen sich zu Tode. Selbstmord ist hier eher eine Frage der Geschwindigkeit: Braucht man dafür Jahre, Monate oder nur ein paar Minuten. Das ist Deutschland, und selbst Darko weiß, dass es einen solchen Ort hier eigentlich nicht geben kann. Es gibt ihn aber doch, aus Stahlbeton, hochkant, ein paar Siedlungsblöcke groß. Aus irgendeinem Grund kann man hier nie die Sterne sehen. Aber vielleicht ist das auch nur der Alkohol. Dann kommt eines Tages Motte, die schön wie ein Stück Himmel ist, auch wenn ihre nackte Haut gezeichnet ist von Narben. Durch sie wird alles anders. Und im Gegensatz zu Darko hat Motte einen Plan: einmal aufräumen, ein einziges Mal Ordnung schaffen und dann weg hier, weg – ans blaue, blaue Meer.
Mit Beginn der Spielzeit 2009/10 ist Nis-Momme Stockmann Hausautor am Schauspiel Frankfurt. In den nächsten Spielzeiten wird Stockmann neben Auftragswerken auch verschiedene Formate für das Theater entwickeln und schreiben. Im Februar 2010 wird sein Stück »Das blaue blaue Meer« in der Regie von Marc Lunghuss in den Kammerspielen uraufgeführt. Eine Hörspielfassung des Theaterstücks wurde vom RBB produziert und wird zeitnah zur Uraufführung gesendet. Nis-Momme Stockmann verfasst in regelmäßigen Abständen Beiträge für die Homepage des Schauspiel Frankfurt. Zu finden sind die kleinen Szenen, Prosa, Gedichte, Essays, Fotos, Videos, Kommentare in Stockmanns Appendix.
1981 auf Föhr geboren, studierte Nis-Momme Stockmann »Sprache und Kultur Tibets« in Hamburg, Medienwissenschaften im dänischen Odense, und machte eine Ausbildung zum Koch, bevor er an der Universität der Künste Berlin »Szenisches Schreiben« studierte. 2005 gewann er beim internationalen Filmfestival in Odense den 1. Preis für seinen Kurzfilm »Ignorans«.
Mit seinem Stück »Der Mann der die Welt aß« wurde Stockmann beim Heidelberger Stückemarkt 2009 mit dem Haupt- und Publikumspreis ausgezeichnet. Das prämierte Stück wird am 17. Dezember 2009 in Heidelberg uraufgeführt. Es folgen Inszenierungen am Theater Magdeburg, am Theater Basel und am Schauspielhaus Wien.
Beim Berliner Stückemarkt reüssierte das Stück ebenfalls – die Jury verlieh dem Autor den Werkauftrag des tt Stückemarkts Berlin. Für die Spielzeit 2009/10 schrieb Stockmann unter dem Arbeitstitel »Kein Schiff wird kommen« ein neues Stück für das Staatstheater Stuttgart das im Februar in der Regie von Annette Pullen uraufgeführt wird. Das Stück wird außerdem von Radio Bremen als Hörspiel produziert. Gemeinsam mit vier weiteren Autoren ist Nis-Momme Stockmann außerdem ab September 2009 Stipendiat des von Thomas Jonigk geleiteten Düsseldorfer Autorenlabors.
Stockmann schreibt Theaterstücke, Hörspiele, Lyrik und Prosa.
gefördert von der