




Drei Handwerker.
- Wer sagt, dass da kein Träger drin ist –
- Wieso Träger – ich seh keinen Träger –
- Kann aber einer drin sein.
- Wer sagt, dass das keine tragende Wand ist –
- Das kann keine tragende Wand sein –
- Und wenn –
- Wenn? Wenn, dann –
- Dann was?
- Ja – dann –
- Im Plan ist nichts –
- Im Plan, ja, aber der Plan – der Plan ist dafür nicht gemacht.
- Der Plan ist der Plan.
(sieht auf den Plan)
- Aber wer sagt, dass der Plan stimmt –
Kurze Pause.
- Wer sagt, dass der Plan nicht stimmt –
Den Plan in der Hand, sehen sich die drei abwechselnd ratlos an.
Ein Bauherr kommt nicht mit seinen Handwerkern zurecht, und die Handwerker nicht mit dem Bauherrn. Ein altes Stadthaus soll umgebaut werden – niemand weiß, wie was (und wer) zusammengehört, wer was trägt und wen was trägt, aber jeder weiß es besser.
Roland Schimmelpfennig zählt zu Deutschlands meistgespielten lebenden Dramatikern. Er wurde mehrfach ausgezeichnet und bekam zuletzt 2010 den Else-Lasker-Schüler-Dramatikerpreis für sein Gesamtwerk verliehen. Die am Deutschen Theater in Berlin begonnene Zusammenarbeit mit dem Autor führt Oliver Reese auch in Frankfurt weiter. Als Auftakt hat Roland Schimmelpfennig in der vergangenen Spielzeit »Das Weiße Album« der Beatles ins Deutsche übertragen. »Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum« ist ein Auftragswerk für das Schauspiel Frankfurt.
Der Regisseur Christoph Mehler, Jahrgang 1974, inszenierte in der vergangenen Spielzeit »Hautnah« von Patrick Marber am Schauspiel Frankfurt. Von 2006 bis 2009 war er Leiter der Spielstätte »Box und Bar« im Deutschen Theater Berlin, wo er bei insgesamt zehn Inszenierungen Regie führte.
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