




Irgendetwas stimmt hier nicht. Dabei ist es für Lilly ganz normal, dass sie die Schule wechselt – ihr Vater hat in den letzten zwölf Jahren an vier verschiedenen Unis gelehrt. Es ist Lillys erster Tag an einem teuren Elitegymnasium im englischen Stockport, und schon ist sie umringt vom Leistungsdruck ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler, von ihren Ansichten, Ängsten und Gemeinheiten, Lügen und Machtspielen. Da ist Cissy, die Gewalt von ihren Eltern befürchten muss, wenn sie in den Abschlussprüfungen keine Bestnoten erhält. Da ist William, der sich am liebsten in die hermetisch abgeschlossene Oberstufenbibliothek zurückzieht und zwischen Selbstaufwertung
und -abwertung krass hin und her schwankt. Da ist Tanya, die aufgrund ihres Übergewichts von Bennett gemobbt wird und von einer Familie mit ihrem Lehrer Anderson träumt. Bennett quält auch Chadwick, das Mathematikgenie der Klasse, der
über die Erbärmlichkeit der Menschheit philosophiert und den Gedanken äußert, irgendwann Schluss zu machen mit dem Leben. Aber auch Bennett gibt offen zu wie sehr es ihn fasziniert, Grenzen zu überschreiten: »Wolltest du nie was in die Luft jagen?«, fragt er Nicholas, den sportbegeisterten Lacrossespieler, in den sich Lilly prompt verliebt. Bis Lillys Zukunft jäh zerstört wird und die Aggression der Jugendlichen nicht mehr nur flirrt, sondern knallt. Und einer schießt.
»Stay away from my bazooka / I paranoid / you dead.« Sven Regener, Element of Crime
Regisseur Fabian Gerhardt inszeniert Simon Stephens’ Stück »Punk Rock« über einen Amoklauf in einer Schulklasse mit dem dritten Jahrgang der Frankfurter Schauspielstudierenden und wird so die Kooperation des Schauspiel Frankfurt mit der
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst weiterführen. 1971 in Berlin geboren, studierte er Schauspiel in Hannover und war Ensemblemitglied am Schauspiel Leipzig, am Theater Bremen, Schauspiel Hannover und Staatsschauspiel Dresden.
Seit 2007 führt Fabian Gerhardt Regie, u. a. am Schauspiel Hannover, Staatsschauspiel Dresden und Deutschen Theater Berlin.
Gefördert von der
